Offener Brief von Josef Pott an die Kirchengemeinde

Offener Brief von Josef Pott an die Kirchengemeinde

Josef Pott                                                                                                           Dez.20 1 7
Goethestraße 5 49134
Wallenhorst
Tel.(l5407/5735

 

 

Offener Brief

Herrn
Pfarrer Schöneich
Hollager Str. 120
49134 Wallenhorst

 

Sehr geehrter Herr Pfr. Schöneich,
Sehr geehrte Damen und Herren des Kirchenvorstandes St. Josef Hollage.

Nachdem Sie Ihre Vorstellungen am Sonntag nach dem Gottesdienst zur geplanten Wohngemeinschaft für Senioren und den Abriss des Alten Rathauses / Philipp-Neri-Haus dargelegt haben, möchte ich folgenden Diskussionsbeitrag leisten.
Historie:
Das Rathaus wurde 1965 für die Gemeinde Hollage gebaut und war bis zur Gebietsreform 1972 Sitz von Rat und Verwaltung der Gemeinde Hollage und bis August 1995 noch Sitz der Großgemeinde Wallenhorst. 1995 wurde das Haus für einen Anerkennungsbetrag von dreihunderttausend DM mit Zustimmung des Kirchvorstandes, des Pfarrgemeinderates St. Josef Hollage und des Generalvikars der Kirchengemeinde St. Josef Hollage mit einigen Auflagen übergeben.

Das Haus wurde dann für ca. 1,8 Millionen DM als Pfarr-und Jugendzentrum umgebaut . Das Bischöfliche Generalvikariat beteiligte sich mit dreihunderttausend DM, die Gemeinde Wallenhorst mit dreihundertdreißigtausend DM. Die weitere Finanzierung erfolgte durch Verkauf von Bausteinen, Aktionen der Vereine und Verbände sowie Spenden. Der Umbau erfolgte mit großer Beteiligung unserer Vereine und Verbände. Der Architekt hatte den Auftrag, unsere Vorstellungen umzusetzen, ohne die Außenfassade zu verändern. Begleitet wurde der gesamte Umbau vom Bischöflichen Generalvikariat.

Das Philipp-Neri-Haus wird seitdem als Pfarr-und Jugendzentrum der Kirchengemeinde St. Josef Hollage genutzt. Das Haus ist baulich in einem sehr guten Zustand und die technische Ausstattung entspricht dem heutigen Standard, wie uns Baufachleute bestätigt haben. Alle Räume sind barrierefrei zu erreichen. Energetische Maßnahmen und Reparaturen sind wie in jedem anderen Altbau noch durchzuführen.
Die geplante Altenwohnanlage kann ich voll unterstützen und ist in der heutigen Zeit ein Schritt in die richtige Richtung. Das Pfarrzentrum an der Hollager Str. abzureißen ist sicherlich nicht der richtige Weg, dafür gibt es andere Möglichkeiten. Außerdem ist der Standort für eine Altenwohnanlage an der Hollager Str. (L109 )wg. des hohen Verkehrsaufkommens als Standort nur bedingt geeignet, die Bewohner des Hauses müssten die Fenster am Tag geschlossen halten. Für die Wohnanlage ist die Kurt-Schuhmacher-Str. sicher der bessere Standort.

Beim Alten Rathaus / Philipp-Neri-Haus handelt sich um ein Haus, dass Geschichte geschrieben hat und sich ortsprägend darstellt. Außerdem setzt es städtebauliche Akzente und fügt sich mit dem Vorplatz, in Verbindung mit dem Erich-Kästner Platz, hervorragend in die vorhandene Bebauung ein.

Das Grundstück an der Kurt-Schuhmacher-Str. ist für ein neues Pfarrzentrum sicherlich auch ein guter Standort, aber deshalb ein funktionstüchtiges und repräsentatives Gebäude den Erdboden gleich zu machen, habe ich große Bedenken.

Die Entfernung von der Kirche bis zum neuen Standort an der Kurt-Schuhmacher- Str. und dem jetzigen Standort an der Hollager Str. ist gleich.(135 m) Sollte das Philipp-Neri-Haus für das heutige Gemeindeleben zu groß sein, könnte neben der Wohnung der Westflügel neben dem Haupteingang wieder vermietet werden. Der Eingang ist separat zugänglich , hierfür könnte jährlich ein Betrag von sechszehntausend Euro erzielt werden.

Das Haus sollte aus den obengenannten Gründen dem Abrissbagger nicht zum Opfer fallen, eine derartige Kapitalvernichtung sollten wir der Gemeinde nicht zumuten. Ich möchte Sie daher bitten diese Gedanken in Ihre Überlegungen mit einzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Durchschrift

Bischöfliches Generalvikariat
Herrn Generalvikar Paul

 

Gemeinde Wallenhorst
Herrn Bürgermeister Steinkamp |

One thought on “Offener Brief von Josef Pott an die Kirchengemeinde

  1. Das Alte Rathaus ist ein wichtiger Teil unserer Hollager
    Ortsgeschichte und sollte unserer Meinung nach auch künftig das Ortsbild prägen.

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